• Peter Donath

Unsere Werkstatt: die Kritische Akademie in Inzell

Aktualisiert: Aug 15




von Peter Donath


Die Idee, das Erbe der GTB mit ihren besonderen tarifpolitischen Ansätze zu bewahren, entstand im Jahr 2011. Ich konnte den damaligen Vorsitzenden der IG Metall, Detlef Wetzel, für eine Unterstützung durch die Gewerkschaft gewinnen. Mit den Recherchen begann ich drei Jahre später. Im Jahr 2015 konnte ich Annette überzeugen (vielleicht auch erst einmal überreden), das Projekt mit mir gemeinsam zu stemmen. Die Fachfrau für Volkswirtschaft baute das Gerüst für das Buchprojekt, indem sie eine umfangreiche Datenbank zu den Wirtschafts- und Sozialdaten erarbeitete. Einen Teil davon findet sich im Anhang des Buches. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine einmalige Übersicht über die Entwicklung der Textil- und Bekleidungsindustrie und der Gewerkschaft Textil-Bekleidung ist.


Doch die Kenntnis von Daten und Fakten machen noch kein Buch. Es musste ein Bauplan her. Und den bastelten Annette und ich in der Kritischen Akademie in Inzell. Für insgesamt sieben Wochen stellte uns die Erwachsenenbildungseinrichtung ihr Haus und ihre Bibliothek zu Verfügung. Schließlich ist die Kritische Akademie ein Teil der Geschichte der GTB. Es war ein Tarifvertrag, der das Fundament für diese Bildungsstätte der Extraklasse schuf. Sechsmal reisten wir von 2016 bis 2020 nach Oberbayern.





Am Anfang stand die Frage, welche Inhalte wollen wir behandeln, wie gliedern wir das Buch? Nach zwei Jahren Arbeit, in denen auch zwei umfangreichere Beiträge zum Thema in anderen Büchern entstanden, warfen wir die bis dahin bearbeitete Struktur noch einmal grundsätzlich um. Gleichzeitig entschlossen wir uns, den ursprünglich angedachten Umfang von 200 Seiten deutlich zu erweitern, weil wir zusätzliche Aspekte beleuchten wollten. Die Frauen, als das Rückgrat der GTB sollten nicht einfach "mitbehandelt" werden, zumal sie in der Entscheidungsebene kaum vorkamen. Abweichend von der grundsätzlich chronologischen Struktur erhielten sie ein Querschnittskapitel.


Doch bei den Klausuren wurde nicht nur geplant und strukturiert, es wurde auch geschrieben und Geschriebenes bearbeitet, manchmal auch neu geschrieben. Im Jahr 2020 waren schließlich alle Kapitel einmal im PC. Der Kern jedes Kapitels, die entscheidenden Stichworte, kam auf eine Stellwand. Jetzt hieß es, nochmals die Gewichtungen zu prüfen, Lücken zu erkennen, Dopplungen herauszuschneiden.


Für diese Intensiv-Arbeitsphasen war die Kritische Akademie in Inzell der ideale Raum. Arbeitsräume, technische Unterstützung, die Bibliothek, dazu die hervorragende Küche des Hauses, dieser Rundumservice ermöglichte die volle Konzentration auf unser Projekt.





Danke an die Geschäftsführer der Einrichtung, zuerst Wilfried Hess, dann Gebhard Schwägerl, aber auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob im Büro, der Hauswirtschaft oder der Küche. Wir freuen uns schon darauf, am zweiten Septemberwochenende das Buch bei Euch vorstellen zu dürfen.




32 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen