• Peter Donath

Stoffliches

Fünf Jahre haben wir uns mit der Gewerkschaft Textil-Bekleidung beschäftigt.

In dieser Rubrik werden wir ab und an darüber berichten, was wir beim Recherchieren und Schreiben erlebt haben.


Wir finden, die Arbeit hat sich gelohnt: Neben der umfänglichen Darstellung in „Wir machen Stoff“ sind in den Jahren noch zwei Beiträge über die Gewerkschaftsarbeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie für gewerkschaftliche Sammelbände entstanden1).


Es war uns wichtig, alle Fakten der Geschichte der Textil-Gewerkschaft zu belegen, da Erinnerungen oftmals trügerisch sein können. Als Primärquelle dienten in erster Linie die 18 Geschäftsberichte des GTB-Hauptvorstandes, die insgesamt 7.900 Seiten umfassen. Die Protokolle der 18 ordentlichen und 2 außerordentlichen GTB-Gewerkschaftstage waren eine unverzichtbare Grundlage der Arbeit. Sie umfassen 6.600 Seiten. Zusätzlich haben wir die Protokolle und die vorgelegten Geschäftsberichte von 14 DGB-Kongressen verwendet. Zum Vergleich von Wirtschafts-, Einkommens-, Mitglieder- und Beitragsdaten haben wir auf 14 Geschäftsberichte der IG Metall bis 1999 zurückgegriffen.


Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung lagern heute 11.500 Ordner des GTB-Hauptvorstands. 390 Ordner davon haben wir in der Hand gehabt und durchgearbeitet. Aus 41 Ordnern der Arbeitgeberverbände, die wir im Bayerischen Wirtschaftsarchiv gefunden haben, konnten wir Protokolle und Positionspapiere nutzen. Alle 790 Ausgaben der GTB-Mitgliederzeitung „textil-bekleidung“ haben wir gelesen, teilweise direkt zitiert, vor allem aber als Hintergrund genutzt.


Die Wirtschaftsfachleute der IG Metall und des Statistische Bundesamtes haben uns die Grunddaten für die wirtschaftliche und die Einkommensentwicklung geliefert. Wegen vielfach geänderter Erhebungsweisen war es kein einfaches Unterfangen, die Daten vergleichbar zu machen. Im Tabellenanhang des Buches findet sich das Ergebnis wieder, eine für die Textil- und Bekleidungsbranchen bisher einmalige Datensammlung.

Um die Politik der GTB nicht nur aus der Innensicht zu beleuchten, nutzten wir darüber hinaus die wenige wissenschaftliche Sekundärliteratur. Andrea Beyer, Alex Gertschen und Stephen A. Silvia haben sich in ihren Dissertationen ausführlich mit der GTB-Politik beschäftigt. Vor allem die Sicht von Beyer und Silvia teilen wir in vielen Dingen nicht, haben sie aber in unsere Darstellung aufgenommen. Außerdem sind in unsere Recherche noch die Arbeiten von Werner Abelshauser, Julia Angster, Stephan H. Lindner, Jutta Menschik, Walther Müller-Jentsch, Claudia Pinl und Wolfram Wassermann eingeflossen. Viele Grundlagen und Daten über die GTB hinaus entnahmen wir den Publikationen von Wolfgang Schroeder 2).

1) Peter Donath/Annette Szegfü: Tarifpolitik für die Textil- und Bekleidungsindustrie, in „Vom Wiederaufbau zur Arbeit 4.0, IG Metall Bayern, 70 Jahre Fortschritt durch Tarifpolitik“, VSA: Verlag Hamburg, 2017, ISBN 978-3-89965-761-6 und Peter Donath/Annette Szegfü: Mitgliedernah und profiliert – Die Entwicklung der Gewerkschaft für die Textil- und Bekleidungsindustrie, in Jörg Hofmann, Christiane Benner (Hrsg.): „Geschichte der IG Metall, Zur Entwicklung von Autonomie und Gestaltungskraft“, Bund-Verlag, Frankfurt, 2019, ISBN 978-3766369253

2) Insbesondere Wolfgang Schroeder (Hrsg.): Handbuch Gewerkschaften in Deutschland, Springer VS, Wiesbaden, 2013, ISBN 978-3531194950


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