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Fünf Thesen zur Gewerkschaft Textil-Bekleidung

Aktualisiert: Sept 25

Die Geschichte der Gewerkschaft Textil-Bekleidung ist komplex. Die wichtigsten Erkenntnisse, die das Autor:innenteam gewonnen hat, lassen sich in fünf Thesen zusammenfassen:


These 1: Frauen waren das Rückgrat der GTB.


Diese bemerkenswerte Tatsache galt schon von Beginn an. In den 50er Jahren hatten die Frauen bereits ein Drittel der Betriebsratsmandate inne. Seit 1984 stellten sie dann die Mehrheit der Betriebsratsvorsitzenden, was auch exakt ihrem Mitgliederanteil entsprach. Ihr Anteil im BR-Vorsitz fiel nie unter 55%!







These 2: Die GTB setzte auf die Kraft ihrer Tarifpolitik, und zwar umfassend.


Die GTB verstand die Koalitionsfreiheit nach Artikel 9, Absatz 3 des Grundgesetzes als Garantie eines staatsfreien Raumes.



Staatliche Eingriffe in das Recht zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen lehnte die GTB ab. Wir machen das, war die feste Überzeugung, die nicht nur für Lohn, Gehalt, Urlaub, sondern auch für Bildungsurlaub und Arbeitsplatzgestaltung gelten sollte.



These 3: Die GTB wurde anerkannte Sprecherin ihrer Branchen.


Die Antwort der GTB auf die im Vergleich zu anderen Branchen frühe Arbeitsplatzverlagerung war ihre aktive Branchenpolitik. Die Gewerkschaft organisierte schon 1969 eine eigene konzertierte Aktion für die Textil- und Bekleidungsindustrie bei Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller.




Schon in den 70ern hatte sie die Handelspolitik zu einem gleichwertigen Aktionsfeld in ihrer Tarifpolitik gemacht.



These 4: These 5: Die GTB war mitgliedernah organisiert.


Hohe VL-Dichte durch die Kleinbetriebe. Durchschnittlich 85 Beschäftigte = 5BRM.

Zwei Elemente, die in den 1970er Jahren zu einem gegenüber anderen Gewerkschaften weit überdurchschnittlichem Anstieg des Organisationsgrades führten.














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