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27. Juni vor 25 Jahren: Einstimmig für die IG Metall



Die Zukunft der Interessenvertretung der Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie soll in der IG Metall liegen. Das beschloss der Hauptvorstand der Gewerkschaft Textil-Bekleidung vor 25 Jahren.


Mitte der 1990er Jahre war die Bekleidungsproduktion zu über 90 % aus Deutschland in Länder mit niedrigsten Lohn- und Sozialstandards verlagert worden. In Ostdeutschland war nach der Wiedervereinigung die Textil- und Bekleidungsindustrie nahezu komplett zusammengebrochen. Der Gewerkschaftstag der GTB hatte 1994 den Weg präferiert, durch Kooperation mit anderen Gewerkschaften die Selbstständigkeit der Textil-Bekleidungs-Gewerkschaft zu erhalten. Das stellte sich als nicht machbar heraus. Die IG Bergbau, Chemie Energie und die IG Metall erklärten ihre Bereitschaft zur Übernahme der GTB.


Der Hauptvorstand der Gewerkschaft Textil-Bekleidung sprach sich einstimmig für die IG Metall aus. Die innerorganisatorische Diskussion lasse eine breite Mehrheit für eine Fusion mit der IG Metall erkennen. Insbesondere ermögliche die große Anzahl der Verwaltungsstellen eine effektive betriebsnahe Betreuung und wohnortnahe Beteiligungsangebote.

Politisch stellte der Hauptvorstand auch eine große Schnittmenge in den Fragen der Weltwirtschafts- und Sozialordnung fest. Ein Feld, das für die Textil- und Bekleidungsbranche ein hohe Wichtigkeit hatte und hat.


Im Oktober 1997 beschloss ein Außerordentlicher Gewerkschaftstag mit der endgültigen Auflösung der GTB die 128jährige Geschichte eigenständiger Textilgewerkschaften in Deutschland zu beenden. Zum 1. April 1998 übernahm die IG Metall die Zuständigkeit für die Textil- und Bekleidungsbranchen, zum 30. Juni 1998 wurde die Gewerkschaft Textil-Bekleidung endgültig aufgelöst.


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